Mit einer festlichen Jubiläums-Gala eröffnete die Orchestergemeinschaft Seepark am Samstag, 13. Dezember 2025, ihr Jubiläumsjahr „135 Jahre Musik am Seepark“. Im gut besuchten Bürgerhaus Seepark erlebte das Publikum einen musikalisch anspruchsvollen und zugleich emotionalen Konzertabend, der die Geschichte zweier eng verbundener Vereine in einem Klangkörper würdigte: 70 Jahre Musikverein Freiburg-Mooswald, 40 Jahre Musikverein Betzenhausen-Bischofslinde und gemeinsam bereits 25 Jahre Orchestergemeinschaft Seepark.
Gleich der erste Konzertteil setzte einen besonderen Akzent. Das Posaunen-Ensemble der Musikhochschule Trossingen präsentierte sich unter der Leitung von Prof. Kris Garfitt mit beeindruckender Klangkultur und stilistischer Bandbreite. Werke von Bach, Beethoven, Wagner, Puccini und Mozart erhielten durch die homogene Besetzung eine eigene, faszinierende Farbigkeit. Die klangliche Präzision und die gestalterische Reife der Studierenden hinterließen beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck.
Im zweiten Teil übernahm die Orchestergemeinschaft Seepark unter der Leitung von Dirigent Michael Schönstein die Bühne. Mit „Pacific Dreams“ von Jacob de Haan, dem damals 2001 ersten gemeinsamen Stück der Orchestergemeinschaft, eröffneten die über 60 Musiker ihren Beitrag klangvoll und ausgewogen. Einen besonderen Stellenwert nahm die Uraufführung von „Magical Passages“ (Rick de Jonge) ein, das als eigens für diesen Anlass komponierte Werk sinnbildlich für Aufbruch, Entwicklung und musikalische Wegstrecken stand – ein starkes Zeichen zum Beginn des Jubiläumsjahres.
Mit „Evolutions for Winds“ von Marco Pütz und „Music for a Festival“ von Philip Sparke stellte sich das Orchester zugleich seiner kommenden Aufgabe: dem Wertungsspiel beim World Music Contest Kerkrade 2026. Beide Werke überzeugten in ihrer Anlage, machten jedoch auch deutlich, dass in puncto Präzision, Spannungsführung und Technik noch Entwicklungspotenzial vorhanden ist – eine ehrliche Standortbestimmung, die dem Ensemble anzurechnen ist.
Den emotionalen Schlusspunkt setzte „Dona nobis pacem“ von Thomas Doss, das als musikalisches Miteinander gestaltet wurde und den verbindenden Charakter des Abends unterstrich. Insgesamt zeigte das Konzert eindrucksvoll, wie lebendig, reflektiert und zukunftsorientiert sinfonische Blasmusik heute gelebt werden kann – ein gelungener Auftakt für ein besonderes Jubiläumsjahr.