Das Brass-Ensemble aus dem Dreiländereck stellt sich vor
Ein Urlaub in Spanien, eine gesellige Runde und die Idee, gemeinsam etwas Neues auf die Beine zu stellen: So begann die Geschichte von Querblechein. Aus der von den Musikern augenzwinkernd als „rotweinselige Urlaubslaune“ beschriebenen Eingebung wurde 2001 ein Ensemble, das seit nunmehr 25 Jahren das Musikleben im Dreiländereck bereichert. Damit verbindet uns in diesem Jahr ein schöner Anlass: Auch Querblechein feiert 2026 Jubiläum – ebenso wie die Orchestergemeinschaft Seepark.
Zehn Blechbläser und ein Schlagzeuger
Die Idee zur Gründung hatten Gunther Anna und Markus Gut. Ihnen schwebte ein Blechbläserensemble nach dem Vorbild des englischen Trompeters Philip Jones vor. Da beide in der regionalen Musikszene gut vernetzt waren, fanden sich bald Mitstreiter, unter anderem aus der Allianzmusik Basel. Ein klassisches Ensemble mit zehn Blechbläsern war im Amateurbereich der Region damals eine Besonderheit.
Bis heute bildet diese Besetzung das Fundament von Querblechein: Vier Trompeten, vier Posaunen, ein Horn und eine Tuba werden durch einen Schlagzeuger ergänzt. Die Mitglieder kommen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Das Dreiländereck ist für die Formation damit nicht nur die Heimat ihrer Konzertauftritte, sondern auch gelebter musikalischer Alltag.
Die ersten zehn Jahre leitete Martin Sänger das Ensemble. Zum zehnjährigen Bestehen im Jahr 2011 übernahm Jürgen Thun aus Grenzach-Wyhlen die musikalische Leitung. Als Bassposaunist gehört er zugleich selbst zur Besetzung. Zwei Trompeter sind bereits seit der Gründung dabei: Mario Richardt aus Steinen und Burkhard Wilms aus Ötlingen.
Ein Name, der neugierig macht
Querblechein – das klingt nach Blechblasinstrumenten und nach einem Streifzug durch die Musik. Beides trifft zu. Das Repertoire führt von der Renaissance über Barock und Klassik bis zu Swing, Jazz, Filmmusik, Rock und Pop. Feierliche Bläserklänge haben darin ebenso ihren Platz wie mitreißende Rhythmen und bekannte Melodien.
Die Programme folgen häufig einer bewusst gewählten Entwicklung: Sie beginnen mit klassischen Werken und werden im Verlauf moderner. Gerade diese Mischung macht das Ensemble aus und wird von seinem Publikum geschätzt. Nach Einschätzung von Jürgen Thun hat Querblechein in den vergangenen 25 Jahren zwischen 200 und 250 Stücke einstudiert. Dazu zählen beispielsweise Händels „Feuerwerksmusik“ ebenso wie Musik aus ganz anderen Epochen und Stilrichtungen.
Auch innerhalb der festen Besetzung bleibt viel Raum für Abwechslung. Je nach Stück wechseln die Musiker zur Piccolotrompete, zum Flügelhorn oder zum Euphonium. Dadurch entstehen unterschiedliche Klangfarben, die vom hellen, strahlenden Trompetenton bis zu weichen, warmen Bläserklängen reichen. Diese Vielseitigkeit ist für die Mitglieder ein besonderer Reiz des gemeinsamen Musizierens.
In der Region verwurzelt
In einem Vierteljahrhundert hat sich Querblechein einen festen Zuhörerkreis aufgebaut. Besonders häufig war das Ensemble in Grenzach, Schopfheim und Rheinfelden zu erleben. Konzertreisen führten die Musiker aber auch über die Region hinaus, etwa nach Nürnberg, Bayreuth und Bocholt.
Durchschnittlich stehen drei bis fünf Auftritte pro Jahr auf dem Programm. Dahinter steckt einiges an Organisation: Viele Mitglieder spielen zusätzlich in anderen Formationen, sodass gemeinsame Termine sorgfältig abgestimmt werden müssen. Während anfangs alle zwei Wochen geprobt wurde, bereitet sich das Ensemble heute in intensiven Projektphasen auf seine Konzerte vor. Für die Proben nutzt es Räume örtlicher Musikvereine.
Bei der Auswahl der Musik dürfen alle ihre Wünsche einbringen. Die konkrete Programmgestaltung liegt überwiegend in den Händen von Jürgen Thun und Mario Richardt. So verbinden sich die Ideen aus dem Ensemble mit der Erfahrung, welche Stücke zusammenpassen und einen abwechslungsreichen Konzertabend ergeben.
Blechbläser und Orgel im Zusammenspiel
Eine langjährige musikalische Partnerschaft verbindet Querblechein mit dem Schopfheimer Kirchenmusiker Christoph Bogon. Bei gemeinsamen Auftritten erweitert die Orgel das Klangspektrum des Ensembles. Gerade in Kirchen eröffnen sich dabei besondere Möglichkeiten: Die Bläser können die Akustik des Raumes nutzen und ihre Musik ausdrucksvoll zur Geltung bringen.
Auch die Jubiläumskonzerte in Schopfheim und Waldshut gestaltete Querblechein gemeinsam mit Bogon. Das Programm bot einen Querschnitt durch die Ensemblegeschichte und zeigte, wie weit der musikalische Bogen gespannt ist. Beim Konzert in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut begegneten sich unter anderem Musik von Giovanni Gabrieli, die Ouvertüre zu Franz von Suppés „Leichter Kavallerie“ und der Jazzklassiker „Sweet Georgia Brown“. Mit Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“ fand der Abend einen rockigen Abschluss.
Gemeinsam Jubiläum feiern
25 Jahre Querblechein stehen für Ausdauer, musikalische Neugier und die Freude daran, gemeinsam etwas zum Klingen zu bringen. Aus einer Urlaubsidee ist eine Gemeinschaft gewachsen, die über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeitet und ihr Publikum durch unterschiedlichste musikalische Welten begleitet. Dass Querblechein ebenso wie die Orchestergemeinschaft Seepark in 2026 Jahr ein Jubiläum feiert, macht die Begegnung besonders schön.
Die Orchestergemeinschaft Seepark freut sich auf das Ensemble Querbleichein, gratuliert herzlich zu seinem 25-jährigen Bestehen und wünscht ihm viele weitere Jahre voller Musik, gemeinsamer Erlebnisse und begeisterter Zuhörer.